Mittwoch, 30. September 2009 von Uwe Sauerbrei
Ich habe alle Teile gesehen, als ich selber noch klein war und danach im Verlaufe der Jahre mit allen drei Töchtern. Eigentlich hätte ich mitspielen können, ja müssen! Aber auch andere sollen mal eine Chance bekommen und so blieb mir die passive Rolle des Zuschauers. Schon nach wenigen Minuten war mir klar, Michael Herbig hat einen Spagat geschafft, den ich kaum für möglich gehalten habe. Er hat den Charme der Serie mit seinem persönlichen Humor (in diesem Falle noch nicht einmal subversiv) umgesetzt. Alleine die Rolle des Ramon Martinez Congaz hätte er sich sparen können. Das war ein Tick zuviel.
Ansonsten Anspielungen auf eine Vielzahl bekannter Szenen aus der Serie, dazu die Musik und Wickies geniale Einfälle. Klasse auch die Rolle von Jürgen Vogel als stotternder Pirat. Für die DVD habe ich schon ein Plätzchen im Regal freigeräumt. Ich bin mir ziemlich sicher, dass wir Halvar und seine Männer nicht zum letzten Mal auf der großen Leinwand gesehen haben.
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Samstag, 26. September 2009 von Uwe Sauerbrei
Innerhalb von drei Tagen war es jetzt schon die zweite phänomenale Viertelsstunde, mit der ein Film begann. Seit Wall-e überspringe ich ja das Staunen, welches mich ergreift wenn ich sehe, was heute mit Animation möglich ist. Eigentlich passt das Wort Animation gar nicht mehr. Pixar erschafft eine eigene Welt und lässt uns manchmal mehr daran teilhaben, als uns lieb ist.
Carl Fredericksen und Russell sind zwei Antihelden, wie sie im Buche stehen. Aber wer nicht bei der Rückblende auf Carls Leben, sein erfülltes Leben mit Ellie, ein wenig schlucken muss, dem ist nicht zu helfen. Es ist ein imaginäres Leben, dazu noch von einer nichtrealen Zeichentrickfigur aber sie weckt Gefühle. ‘Was ich erleben will’ zieht sich wie ein roter Faden durch die abenteuerliche Handlung. Welch berührende Szene, als Carl, nach so vielen Jahren, diese Seite umblättert und eine letzte Botschaft seiner Frau erhält. Die Botschaft zu leben!
An die 3-D-Effekte gewöhnte man sich recht schnell. Allerdings habe ich massive Zweifel, dass sich diese Technik mit der Brille langfristig durchsetzen wird. Ach ja, nicht zu vergessen der äußerst witzige Kurzfilm zu Beginn. Eine Hommage an die schwierige Mission der Störche, die ein rechter Türöffner für das nachfolgende Spektakel gewesen ist.

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Freitag, 25. September 2009 von Uwe Sauerbrei
Die erste Viertelstunde dieses Films jagte mir einen kalten Schauer nach dem nächsten über den Rücken. Seit Javier Bardem als Anton Chigurh brillierte, habe ich keinen erschreckenderen Psychopathen gesehen als Christoph Waltz in seiner Rolle als SS Offizier Hans Landa. Seine Leistung war mehr als oscarverdächtig! In jeder Szene, in der er auftauchte, spielte er alle anderen Darsteller locker an die Wand. Til Schweiger wirkte im Vergleich zu ihm wie eine Statue, die er, zugegeben, recht gut auf die Leinwand brachte. Tarantino hat mal wieder alle Regeln der Regiekunst gebrochen, als er zwischendurch seine Riege der Hauptdarsteller drastisch dezimiert. Aber immerhin mit Stil und viel Blut. Auch gab er der Redewendung ‘Den Finger auf die Wunde legen’ eine präzisere Bedeutung in Richtung ‘in die Wunde stecken’. Diane Kruger kann davon mit Sicherheit ein Lied singen, oder wahrscheinlich eher schreien. Auf jeden Fall war es wieder ein echter Tarantino!
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Mittwoch, 23. September 2009 von Uwe Sauerbrei
Es kommt wahrlich nicht auf die Größe an! Zumindest wenn südamerikanisches Temperament auf ein nordisches Orchester trifft. Gustavo Dudamel ist ein Energiebündel und hebt sich in seiner Ausdrucksweise gravierend von anderen Dirigenten dieser Zeit ab. Schon bei Beethovens ‘Erster’ blitzte hin und wieder die Kraft und Freude auf, die sich auch auf die Göteborger Symphoniker übertrug, deren ‘Chef’ er ja im Augenblick ist, wenn er nicht mit seinem Jugendorchester ‘Simon Bolivar’ beschäftigt ist. Seine Lockenpracht wippte, lapidare Handbewegungen und Gesten wechselten sich ab mit kraftvollen Schwüngen Richtung Orchester. Die ausverkaufte Laeiszhalle wurde im Verlaufe des Konzerts, welches noch die Lieder von Gustav Mahler und der Vierten Sinfonie von Carl Nielsen barg, immer mehr in seinen Bann gezogen. Was mir besonders gefiel war die bescheidene Art des jungen Venezolaners, sich immer im Hintergrund zu halten und die Beifallsstürme gleichmässig auf alle ‘Musiker’ zu verteilen. Eine sehr gelungene Kombination von Genialität und Tugenden, die man so heutzutage leider nur noch selten findet.

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Samstag, 12. September 2009 von Uwe Sauerbrei
Das Foyer bei ‘Gruner & Jahr’ war anlässlich Daniel Kehlmanns Lesung, im Rahmen des Harbour Front Festivals, gut gefüllt. Eine der Hauptorganisatorinen war wohl doch nicht erschienen, das tat der Qualtiät des Abends jedoch keinen Abbruch. Im Gegenteil!
Vermutlich könnte man jetzt erwarten, eine Abhandlung der letzten beiden Bücher zu erfahren, doch weit gefehlt. Thema das Abends war der Horror und es war auch weniger eine Lesung als eine Diskussion über das Wesen und die Struktur von Horror-Literatur. Als ebenbürtiger Gegenpart erwies sich der Kritiker Joachim Kalka. Mit vielen Zitaten und Leseproben schlugen sie einen Bogen aus der viktorianischen Zeit bis in die Gegenwart und landeten beim Meister des Grusels: Stephen King! Es waren zwei Stunden voller Anregungen und spannender Gespräche, in der ersten Viertelstunde nur unterbrochen durch das ständige Klicken der Kameras. Ich fand es toll, dass Daniel Kehlmann letztendlich selber die Fotografen zur ‘Ruhe brachte’ ohne, wie man es an diesem Abend durchaus verstanden hätte, sie in Blut zu ertränken. :-.)

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Dienstag, 08. September 2009 von Uwe Sauerbrei
Nach dem immer wieder erstaunlichen Phänomen, dass eine Wahl immer nur Sieger hervorbringt, kam mir dieser Film wie gerufen. Das Hape Kerkeling einer der genialsten deutschen Schauspieler und Entertainer ist, steht außer Zweifel. Aber mit der Figur der Horst Schlämmer der Politik ihren Spiegel vorzuhalten, ist kaum noch zu toppen. Es spricht ja schon Bände, dass achtzehn Prozent der Bevölkerung ihn tatsächlich wählen würden. Seiner Aussage, ‘Was andere nicht können, kann ich auch!’ stimme ich vorbehaltlos zu. Zumindest wäre Politik unterhaltsamer, würde er das Zepter schwingen. So bleibt es bei einem ‘Was-wäre-wenn’ und auch dass macht einfach nur Spaß. Ich bin mir sicher, die meisten Politiker werden erst im Nachhinein festgestellt haben, wie doppeldeutig sie vorgeführt wurden. Ich hoffe mal, dass es nicht der letzte Streich von Horst, Uschi und Angie gewesen ist. Immerhin gibt es noch die EU oder die UNO und so stimme ich mal voll in sein Motto ein: „Yes weekend!“
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Freitag, 04. September 2009 von Uwe Sauerbrei
Der Film hat eine Unmenge, dringend zu klärender Fragen aufgeworfen! Warum war der Tiger auf der Toilette, wenn er doch gar nicht musste? Mit welchem Einsatz hatte das Baby im Kasino gespielt und warum wollte es (als es die dunkle Sonnenbrille trug) nicht erkannt werden. Wieso fuhr der Chinese schwarz nackt im Kofferraum, anstatt den Bus zu nehmen. Wo kommt das Geld von Mike Tyson her? Ist er nicht chronisch verschuldet, gar pleite? Wird er von Phil Collins gesponsort? Was hat ein Barmixer auf einem Kreuzfahrtschiff, was ein Zahnarzt nicht hat, außer der Fähigkeit, sich einen Zahn jederzeit selber ziehen zu können? Ist es nicht verboten, so viel Taser-Werbung in einem Film zu machen? Aber all diese Fragen, die im Verlaufe dieses Films aufgelöst wurden sind ein Fliegenschiss (dieses Wort halte ich im Kontext des Streifens durchaus für angemessen) gegen das eine, absolut unglaubliche Rätsel: Welche Rolle hatte das Huhn auf dem Tresen? Ich bin sicher, dass mir dieses Geheimnis noch viele schlaflose Nächte bereiten wird!

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Montag, 31. August 2009 von Uwe Sauerbrei
Meine Tochter ist zehn und fand den Film an einigen Stellen schon etwas gruselig. Ich würde auch sagen, dass FSK6 hier doch recht freizügig erscheint. Aber gut.
Die Geschichte der elfjährigen Coraline Jones, die aus einer Buchvorlage von Neil Gaimain stammt, macht von der ersten Minute an Spaß, teilweise morbiden Spaß. Es ist bitter zu sehen, wie ihre ‘echten’ Eltern nur für den Job leben und Coraline sich selber überlassen. Als sie dann plötzlich eine Parallelwelt findet, in der ihre Eltern nur für sie da zu sein scheinen, ist die Versuchung groß, in diese Existenz hinüberzuwechseln. Einen kleinen Haken (oder sagen wir besser Knopf) gibt es aber dabei. Auch Coraline soll ihre Augen hergeben und sie gegen ein paar Knöpfe tauschen, deren Farbe sie sich jedoch aussuchen darf. Als sie dies ausschlägt, lassen ihre ‘zweiten Eltern’ die liebevolle Hülle fallen und Coraline kann sich nur mit einer fast aussichtslosen Wette retten.
Es tut gut, einen Animationsfilm zu schauen, der noch mit Stop-Motion arbeitet und eine ganz eigene Optik entwickelt. Bis zum Ende hatte ich nicht das Gefühl, ‘nur’ Zeichentrickfiguren zu erleben. Coraline ist cool!

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