Was für ein Tag! Zuerst durfte ich eine bezaubernde Meerjungfrau beim Regenbogenfisch bewundern und nicht sehr viel später auf Gut Bötersheim einem Klavierkonzert mit Werken von Mozart, Debussy und Schubert beiwohnen. Die Scheune des Guts war ein wenig kühl aber gut gefüllt und Delphine Lizé zeigte, warum ihr bereits in ihrem Alter eine Professur angetragen wurde. Sympathisch und hochkonzentriert präsentierte sie neunzig Minuten Virtuosität und dass alles aus dem Gedächtnis. Ich frage mich immer wieder, wie kann sich ein Mensch die Noten nur merken? Zum Glück muss ich diese Frage nicht beantworten und konnte mich voll und dem Klang des Steinway hingeben. Das Gut Bötersheim scheint ein wenig ein Geheimtipp zu sein und es war bestimmt nicht mein letzter Besuch dort. Ach ja, nebenbei erfuhr ich noch, dass Franz Schubert immer ein bestimmtes Musikgeschäft in Wien aufsuchte, wenn er wusste, Beethoven würde erscheinen und ein wenig stöbern. Er hat ihn wohl nie angesprochen, wollte bloß seinem großen Idol nahe sein. ‘Faszinierend’ , würde Spock jetzt wohl sagen.
Klavierabend mit Delphine Lizé auf Gut Bötersheim
Samstag, 20. Juni 2009 von Uwe Sauerbrei
Die Malerin Anja Kleemann-Jacks sollte hier auch erwähnt werden. Eine Ausstellung ihrer Bilderreihe „Meeressinfonie“ konnte in der Pause bewundert werden. Ein Fisch hat es mir und einer Wand, meiner neuen Küche, besonders angetan.
Er war einfach so sehr Fisch, wie es eben nur ein Fisch sein kann….
Das Klavierspiel war ein Hörgenuss, die Musikauswahl fast ausnahmslos gelungen, mich hat sie berührt.
Die Ausnahme allerdings war die deutsche Erstaufführung des Stückes „Chant“ von Professor Elmar Lapson. Der Komponist selbst wies vorab in das Stück ein. Leider eröffnete sich mir die von ihm angestrebte Aussage des Stückes nicht im geringsten. Aber die Musik hat viele Facetten und auch „Chant“ wird bei einigen Zuhörern sicherlich Begeisterung hervorgerufen haben.
Es war wiedereinmal ein wunderbarer und mich tief berührender Abend….