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Akte X - Jenseits der Wahrheit

Der Wermutstropfen gleich zu Beginn. Wie konnte man Fox Mulder einen anderen Synchronisator verpassen? Es war über den ganzen Film sehr gewöhnungsbedürftig, seiner neuen Stimme zu lauschen. Ansonsten ist der Film eine schöne Reminiszenz für die Fans der Serie. Für alle anderen ist es ein mittelmäßiger Thriller, gespickt mit ein wenig Mysterie. Spannender als die Handlung, die sich mit Organhandel und Experimenten a la Frankenstein beschäftigt, ist das Zusammenspiel von Mulder und Scully. Beide sind gereift, älter geworden und nicht mehr beim FBI beschäftigt. Dana Scully ist als Ärztin tätig und kämpft um das Leben eines Jungen. Mulder, ja was tut der eigentlich? Diese Frage wird nicht wirklich beantwortet. Ich denke, damit sollte der Schlusspunkt unter die X-Files gesetzt werden.

Den letzten Teil hatte ich so mit einem ‘na ja, geht so’ in Erinnerung. Die Trailer für den zweiten Teil sahen recht vielversprechend aus und wozu hat man eine Tochter von neun Jahren, um nicht mit ihr ins Kino zu gehen :-) ? ‘Prinz Kaspian’ ist auf jeden Fall erwachsener geworden, dazu düsterer und nicht mehr von christlicher Missionierung geprägt. Allerdings ist das Handlungsschema nicht wesentlich anders als im ersten Teil. Die digitalen Effekte sind recht ansprechende, solange es sich um die Nahaufnahmen handelt. Die Massenszenen, insbesondere dern Angriff zur letzten Schlacht wirken, wenn man nicht nur das Zentrum betrachtet, nicht so ausgereift. Okay, sie hatten nicht das Budget von ‘HdR’, dessen Maßstäbe auch hier angelegt werden sollten. Da ich die Bücher nicht gelesen haben (sorry) kann ich nicht beurteilen, was der dritte Teil noch bringen mag. Schade nur, dass die Eiskönigin nur solch einen kurzen Auftritt hatte. Mir ist auch noch nicht klar, warum Aslan, als einziger die 1300 Jahre, die seit dem letzten Besuch der Kinder vergangen waren, überlebt hat. Was treibt man in solch einer langen Zeit alleine im Wald, fernab der Narnier? Aber solche Fragen sollte man vielleicht nicht stellen.

“Kung Fu Panda”

Ich gestehe ganz freimütig, nach dem Trailer hatte ich schon so einige Vorbehalte, ob ich diesen Film im Kino ertragen könnte. Natürlich kann ich mich immer darauf zurückziehen, meine Tochter begleiten zu müssen und dafür auch manch cinematografischen Unbill in Kauf zu nehmen. Aber um es kurz zu machen, ich habe mich köstlich amüsiert um nicht zu sagen, Tränen gelacht. Hape Kerkeling als Synchronsprecher unseres Martial Arts völlig unbegabten Antihelden, hat einen ausnehmend guten Job gemacht. Eindeutig bewiesen ist nun auch , dass man zwar mit Speck Mäuse fangen kann, aber um einen Pandabären zum Kung Fu zu bewegen, benötigt man Reisklöße oder Kekse. Am Rande kann ich noch erwähnen, dass es schön zu sehen war, welche subtile Artistik mit der doch etwas fülligeren Pandafigur möglich war. Das gibt auch mir wieder Mut, der sich in der Äußerlichkeit kaum vom tierischen Superhelden unterscheidet :-)
Wenn ich jetzt nur noch den Wuxi-Finger-Griff beherrschen würde…

Loreena McKennitt

Am gestrigen Abend in der Gilde-Parkbühne in Hannover habe ich gleich mehrere Sachen gelernt. Zum einen kann man seine Hose, wenn der Abend kühler wird, auch scheibchenweise anziehen. Davon abgesehen, dass, wenn ich mich für eine Hose entscheide, ich auch dabei bleibe und sie weder verkürze noch verlängere, fand ich die Technik recht umständlich. Interessant war weiterhin, dass offensichtlich mehr Karten verkauft wurden, als Stühle vorhanden waren. Der gemeine Zuschauer ließ sich dann zusätzlich noch von solche Lappalien wie fehlenden oder falschen Platznummern irritieren. Das alles trübte jedoch nicht den Genuss des Konzerts mit Loreena McKennitt. Ihre Stimme ist umwerfend, die Vielfalt der Instrumente und deren Klang berauschend. Zwischendurch erzählte sie ein wenig von ihrem Werdegang, ihren Reisen und Impressionen und wie sie all dies mit ihrer Musik verbindet. Knapp zwei Stunden Konzert unter einem samtweichen Abendhimmel haben bei mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Ich hatte schon ein paar Vorbehalte zu dem Buch von Martin Walser. Jemand, der es ‘wagte’, am Denkmal Goethe ein wenig zu kratzen und ihm tatsächlich eigene Worte in den Mund zu legen. Jedoch überzeugte mich die Lesung von Martin Walser, die er im Stehen(!) im Spiegelzelt in Braunschweig hielt, eines Besseren. Es ist ein Roman, der auch über eine beliebige unbekannte Person hätte geschrieben werden können. Es ist ein ästhetisches Kunstwerk und sollte Pflichtlektüre der Abiturstufe werden, alleine des Wortschatzes wegen, der hier gepflegt wird. Aber auch Martin Walser, nun stolze 81 Lenze auf den noch straffen Schultern, hat immer ein Augenzwinkern parat und ist die Schlagfertigkeit in Person, was sowohl der Laudator als auch ein paar Frager aus dem Publikum zu spüren bekamen. Auf die Frage, ob er das Buch auch hätte vor dreißig Jahren schreiben können, antwortete der Autor lapidar, dass er es jetzt und nicht vor dreißig Jahren geschrieben habe.
Ich bin froh, eine lebende Legende und einen der größten deutschsprachigen Literaten des vergangenen und dieses Jahrhunderts erlebt zu haben und wünsche ihm noch viele weitere Bücher.

“Der verbotene Schlüssel”

Vor langer Zeit habe ich ‘Angel Heart’ gesehen, der ja nun in die Tiefen schwarzer Magie und des Voodoo abtaucht. ‘Der verbotene Schlüssel’ beschäftigt sich mit Hoodoo. Man könnte dies als eine Voodoo-Version für ‘Arme’ bezeichnen, weil sie nur dann etwas bewirkt, wenn der Betroffene auch daran glaubt. Genau darum geht es jedoch in diesem feinen Okkult-Thriller. Caroline (Kate Hudson), eine junge Lernschwester, nimmt einen Hospiz-Job in den Sümpfen von Louisiana an. Hier soll sie den, vermeintlich durch einen Schlaganfall gelähmten, Ben (John Hurt) betreuen. Im Haus findet sie ein geheimes Zimmer und stößt auf die finstere Geschichte, die sie immer mehr in ihren Bann zieht. Wie in solchen Fällen üblich vertraut sie den falschen Leuten und trifft die falschen Entscheidungen. Gegen Ende ist fast schon absehbar, wohin die ‘Pointe’ abzielt, jedoch ist die Umsetzung allemal sehenswert.

Kurzgeschichte “Störung”

Im aktuellen Corona Newsletter (199) ist eine weitere Kurzgeschichte von mir erschienen. Sie trägt den Titel ‘Störung‘ und hat zum Themenkomplex ‘Frost’ den ersten Platz belegt.

“Mr. Brooks”

In einem Forum hatte ich gestern eine sehr positive Beurteilung des Films gelesen. Eigentlich gehöre ich nicht unbedingt zu den Anhängern von Kevin Costner, aber man lässt sich ja immer wieder gerne positiv überraschen. Also holte ich kurzfristig die DVD und schaute sie mir gestern Abend gleich noch an. Vorweg, ich bin sehr angetan von diesem intelligenten Thriller.

Kurz zum Hintergrund. Mr. Brooks (Costner) ist ein erfolgreicher Geschäftsmann und Familienvater. Alles läuft optimal in seinem Leben, abgesehen von seiner ‘Sucht’ zum morden. Dabei geht er jedoch mit äußerster Präzision vor, so dass dem ‘Fingerabdruck-Mörder’ noch nie jemand auf die Spur kommen konnte. Jedoch wird er bei seiner letzten Tag fotografiert. Allerdings verlangt der Erpresser kein Geld, sondern möchte an den nächtlichen Streifzügen teilnehmen, hautnah den Tod erleben. Die innere Zerrissenheit des Earl Brooks wird über einen genialen Kunstgriff an den Zuschauer vermittelt. John Hurt spielt das dunkle Alter Ego von Earl Brooks und er tut das mit Wonne.

Die Dinge verkomplizieren sich, als in der Familie ebenfalls unerwartete Probleme auftauchen, die auch Mr. Brooks aus seiner Bahn zu werfen drohen. Zusätzlich hat er mit Detectiv Tracy Atwood  (Moore) noch eine hartnäckige Polizistin im Nacken, die ihm immer näher rückt.

Wie sich der ganze Knoten auflöst, sei hier nicht verraten. Jedoch gibt es einige Überraschungen. Für meinen persönlichen Geschmack hätte die vorletzte Szene den Film beenden müssen

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