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“Drag Me to Hell”

Sam Raimi kann nicht nur Spinnen klettern lassen! Selten fand ich subversiven Humor so erfrischend. So habe ich gelernt, dass es von Vorteil ist, einen Tacker im Auto zu haben oder ein langes Lineal. Beißen ohne Gebiss ist auch ganz blöd, dafür aber total eklig!
Die Geschichte der Bankangestellten Christine Brown, die mit einem Lamia-Fluch belegt wird und allerlei Unbill über sich ergehen lassen muss ist mit rasanten Schockeffekten nur so gespickt. Der Showdown erinnert stark an das Finale von Poltergeist. Das ein Exorzismus etwas schief laufen kann überrascht ja nun nicht wirklich und das ein Happy-End nun gar nicht auf der Tagesordnung stand, war ebenfall abzusehen. Positiv ist, die Ziege überlebt, allerdings musste die Katze dran glauben, trotz ihres zweiten ‘Auftritts’.  Man darf gar nicht daran denken, was passiert wäre, hätten alle bankrotten Hausbesitzer in den USA so reagiert wie die alte Zigeunerin Sylvia Ganush.  Dann wäre Nordamerika jetzt arg unterbevölkert. 

Was für ein Tag! Zuerst durfte ich eine bezaubernde Meerjungfrau beim Regenbogenfisch bewundern und nicht  sehr viel später auf Gut Bötersheim einem Klavierkonzert mit Werken von Mozart, Debussy und Schubert beiwohnen. Die Scheune des Guts war ein wenig kühl aber gut gefüllt und Delphine Lizé zeigte, warum ihr bereits in ihrem Alter eine Professur angetragen wurde.  Sympathisch und hochkonzentriert präsentierte sie neunzig Minuten Virtuosität und dass alles aus dem Gedächtnis. Ich frage mich immer wieder, wie kann sich ein Mensch die Noten nur merken?   Zum Glück muss ich diese Frage nicht beantworten und konnte mich voll und dem Klang des Steinway hingeben.  Das Gut Bötersheim scheint ein wenig ein Geheimtipp zu sein und es war bestimmt nicht mein letzter Besuch dort. Ach ja, nebenbei erfuhr ich noch, dass Franz Schubert immer ein bestimmtes Musikgeschäft in Wien aufsuchte, wenn er wusste, Beethoven würde erscheinen und ein wenig stöbern. Er hat ihn wohl nie angesprochen, wollte bloß seinem großen Idol nahe sein. ‘Faszinierend’ , würde Spock jetzt wohl sagen.

“Terminator: Die Erlösung”

Pavel Chekov goes Apocalypse!Dazu noch eine Herztransplantation als Solo im Sandsturm. Also man musste die drei Vorgängerteile nicht unbedingt gesehen haben, aber schaden tut es auch nicht. Mit Christian Bale verbinde ich noch immer einen genialen Batman und so war die Figur des John Connor gewöhnungsbedürftig. Auch spielte ihn Marcus Wright (Sam Worthington) glatt an die Wand. Sein Part war bedeutend spannender und tiefschürfender angelegt. So werden hier zwei parallele Stories erzählt, unterbrochen nur von den technischen Tricksereien neuer Terminatorvarianten.  Zwischenzeitlich fühlte ich mich an eine High-Tech-Variante von Mad Max erinnert. Zum Kult fehlt dem neuesten Terminator dann doch die Substanz. Arnie durfte am Schluss natürlich auch nicht fehlen, auch wenn sein Gesicht nur via Computer einem T-800 übergestülpt wurde. Wenn die Welt 2018 tatsächlich so aussehen wird, werde ich verstärkt noch mal spazierengehen, bevor mich Skynet holen wird.

“Nachts im Museum 2″

Ich habe mich nun endlich überwunden und gelegentlich in die Popcorn-Tüte meiner Tochter gegriffen. Trotzdem, es ist und bleibt Styropor! Aber der Film war richtig lustig und ein ganzes Stück überzeugender als Teil eins. Fast noch besser als das tolpatschige Talent von Ben Stiller war die ‘böse Gang’ um Pharao Kahmunrah. Immerhin erfuhren wir, das Iwan der Schreckliche seinen Namen nur einem Übersetzungsfehler verdankt und sowohl Napoleon als auch Al Capone in Kleidungsfragen ziemlich wählerisch sind. Witzig auch die Idee zum lernen von ‘Pi’. Wenn es ein Einstein nicht tut, dann erschlägt man das Problem mit einer ganzen Horde wackelköpfiger Alberts. Es würde mich nun gar nicht überraschen, wenn im kommenden Jahr Teil drei auf uns lauern würde.

Was für ein Horror! Man sieht eine Welt, seine Welt und hält alles für Realität. Unfähig, die bittere Wahrheit zu erkennen, sie sich selber einzugestehen. Fluch oder Segen? Dabei glaubt die junge Anna alles bereits hinter sich zu haben, nachdem sie den Tod ihrer Mutter miterleben musste und sich in psychologischer Behandlung befand. Mit ihrer Schwester Alex hegt sie den Verdacht, dass Rachael, die ehemalige Pflegerin der Mutter, dabei ihre Finger im Spiel hatte. Was ist Schein und was ist Sein?  Anna und Alex glauben sich als nächste Opfer und versuchen verzweifelt die Menschen in ihrer Umgebung von ihren Visionen zu überzeugen. Wie schnell entwickelt sich eine Idee zu Wahn und zerstört alles und jeden. Es hinterlässt einen bitteren Beigeschmack wenn man erkennt, wie nah dies manchmal an unserer Welt kratzt.

Aller guten Dinge sind wohl tatsächlich drei.  Auch in dieser Runde fand mein  Beitrag (jetzt zum Thema “Metamorphose”)  Eingang und kann hier nachgelesen werden. Manchmal trügt der Schein und ich habe versucht, es ein wenig auf die Spitze zu treiben. Ich hoffe, dass es mir gelungen ist…

“Star Trek”

Ich war ziemlich skeptisch! Immerhin hatten die letzten Kinofilme gerade mal besseres Serienformat. Dann auch noch ein Regisseur, der mit dem Franchise so gar nichts ‘am Hut’ hat. Aber genau das war offensichtlich die richtige Kombination.  Der Film schafft den Spagat, die eingefleischten Fans mit vielen liebevollen Details zu überzeugen und rekrutiert mit Sicherheit eine ganz neue Fangemeinde.  Beeindruckend die Leistung von ‘Pille’ und dem jungen Spock. Ich bekam ein richtige Gänsehaut, als sein originales Alter Ego plötzlich auftauchte. Es die die in Granit gemeiselte Maske eines alten Vulkaniers, der Filmgeschichte geschrieben hat. Wahrlich ein Treffen der Generationen.
Die Action war atemberaubend und die Story ausgewogen, spannend und stimmig. Natürlich darf man die technische Ausrüstung der Enterprise im Film und der originalen Serie nicht gegeneinander vergleichen. Aber das wäre auch unfair. J.J. Abrams sollte ‘Lost’ in den Schrank packen und sich nun um weitere Abenteuer im Star Trek Universum kümmern.

“Gospel Power Soul”

Ich war skeptisch! Nicht wegen der Qualität von Gospel Power Soul. Timothy Riley strahlt eine unglaubliche Wärme und Offenheit aus. Seine beiden Begleiterinnen verfügen über ein phänomenales stimmliches Spektrum. Aber in einem solchen Konzert sitzt man nicht und konsumiert. So ein wenig hatte ich das schon geahnt aber ich war trotzdem überrascht, wie schnell die Stimmung auf den kleinen Saal der Laeiszhalle übergriff. Alle klatschten, viele tanzten und einige sangen mit. Als dann noch der Chor ins Geschehen eingriff konnte sich niemand mehr der Magie dieses Konzerts entziehen.  Selbst mein Fuß verselbständigte sich  :-) und die drei Stunden vergingen wie im Fluge. Es war ein Sturm für die Sinne, den ich mehr genossen habe, als ich es mir hätte vorstellen können.

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