Donnerstag, 03. Dezember 2009 von Uwe Sauerbrei
Eines muss man Roland Emmerich ja lassen. Niemand zerstört die Welt so schön und genussvoll wie er. Nach ‘2012′ sollte sich das Thema für alle anderen Regisseure erledigt haben. Wie sollte man diese Effekte dennn toppen? Aber vielleicht waren es ja auch keine Effekte. Vielleicht verfügt der verrückte Schwabe über eine Sliders-Maschine und hat einfach nur die reale Zerstörung dokumentiert. Das ergäbe dann auch eine ganz neue Sicht auf ‘Independence Day’ und ‘Godzilla’. Genug der Lobhudelei. Bei den vielen schönen Tricks wurde die Story nämlich komplett vergessen. Selbst für einen amerikanischen Kinozuschauer sollte sie ein wenig zu dünn und in ihrer Theatralik etwas zu fett aufgetragen sein. Auch der letzte Haken mit der Seilwinde war eigentlich albern und die Synchronisationsstimme von Yuri Karpov eine absolute Katastrophe.
Ein Highlight war auf jeden Fall Woody Harrelson als durchgeknallter Radioreporter Charlie Frost. Seine letzte Reportage hatte tatsächlich Stil und die Bilder waren von apokalyptischer Schönheit. Das konnte man von den unzähligen anderen Klischees nicht behaupten. Aber es war auch mal schön zu sehen, dass es nicht nur Film mit Apple Logos gibt, sondern Sony hin und wieder etwas Product Placement unterbringen kann.
Als Fazit kann man sagen, dass es durchaus ein Kinospaß ist aber als DVD oder BlueRay nicht taugen wird.

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Samstag, 28. November 2009 von Uwe Sauerbrei
Alle Events in der Stadthalle in Braunschweig müssen doppelt so gut sein, weil das Gebäude so häßlich ist. Ich hatte Horst Lichter ein paar Mal im Fernsehen gesehen und dachte erst, es wäre so eine Mälzer-bekocht-alle-Show. Weit gefehlt. Er bot zwei Stunden kurzweilige und sehr lustige Unterhaltung. Besonders Gerd wird das bestätigen können.
Der Bogen spannte sich von den kulinarischen Kumuluswolken, auf denen heutige Sterneköche schweben bis zur explosiven Wirkungen von Kohl und Zwiebel, inklusive völlig authentischer Mimik. Er vertritt die Philosofphie, alles in der Welt wird gut, wenn nur genug Butter und Sahne hinzugefügt wird. Selber legte er auch Hand an, verwandelte Fischstäbchen in Fisch zurück, machte Bratkartofflen auf seine ganz spezielle Art, beglückte das Publikum mit einem Abstecher in die Siebziger und kochte schließlich eine Topf Suppe, der an Sahne nicht sparte. Aber wie sagte er so schön: Wenn die Bläschen beim Kochen aufsteigen und platzen, sterben darin jede Menge Kalorien. Da gab es noch einen weiteren Spruch, den bestimmt jemand anders gerne genommen hätte, aber ich bin Erster! Horst Lichter ist definitiv kein Freund von Austern. Wer diese ißt, so seine feste Überzeugung, der fotografiert auch offene Beine. Tja, das sagt dann ja wohl alles. Übrigens nutzt der Koch von heute kein profanes Salz mehr sondern ‘Fleur de Sel’ und kaltgepresstes Olivenöl. Wobei hier die Betonung auf ‘kaltgepresst’ liegt.

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Donnerstag, 26. November 2009 von Uwe Sauerbrei
Wenn ich mich recht erinnere, habe ich mich das letzte Mal beim ‘Grünen Bogenschützen’ (die Szene auf dem Dachboden) so richtig heftig im Kino erschrocken. Eingeweihte werden jetzt wissen, dass Herr Heesters ein Jungbrunnen gegen mich ist.
Heute hat es mich aber kurzzeitig tatsächlich aus dem bequemen Cinemaxx Sessel katapultiert. Mehr verrate ich aber nicht.
„Gesetz der Rache“ ist der erste Film von Gerard Butlers eigener Produktionsfirma. Es spielt einen überaus genialen Strategen und Tüftler, dessen Frau und Tochter bei einem Überfall getötet werden. In den nächsten zehn Jahren plant er einen Rachefeldzug gegen das komplette Justizsystem der Stadt. Ein Exampel sozusagen, um die Scheinheiligkeit und Perfidität der praktizierten Gerechtigkeit bloßzustellen. Fiebert man zu Beginn noch mit und gratuliert ihm innerlich bei der Dezimierung der Schurken, verschwinden so langsam die Grenzen zwischen Gut und Böse. Staatsanwalt Nick Rice (Jamie Foxx) als Gegenspieler hat die Regeln des Spiels aufgesogen und vertritt in Sheltons Augen (Butler) das Establishment, dem es die Maske vom Gesicht zu reißen gilt. Das mit Colm Meaney ein kleiner Bogen zur Star Trek Welt geschlagen wird, erwähne ich jetzt gar nicht erst. Auch fand ich das Ende nicht sonderlich passend. Es war zu sehr Versatzstück eines handelsüblichen ‘Feld Wald und Wiesen’ Thrillers.
Fazit: Zusammen mit ‘96 Stunden’ ist ‘Gesetz der Rache’ das Beste was ich in diesem Genre in der letzten Zeit gesehen habe.

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Freitag, 20. November 2009 von Uwe Sauerbrei
Seit ‘Blair Witch’ sind ja nun bereits einige Jahre ins Land gezogen. Zeit also, einen neuen Versuch zu wagen. Könnte man zumindest denken. Aber ‘Paranormal Activity’ wurde bereits vor zwei Jahren gedreht und bedurfte des Internets und eines Steven Spielberg, um den Weg ins Kino zu finden. Aufgenommen im Haus des israelischen Regisseurs mit gecasteten Schauspielern und einer Handkamera, dreht er langsam an der Schraube des Horrors. Zu Beginn kaum zu fühlen, fast verspielt und langweilig, entsetzen die nächtlichen Schlafzimmeraufzeichnungen gnadenlos. Fast magisch folgt man dem eingeblendeten Timecode und schaut Katie und Micah zu, wie sie aus ihrer normalen Welt immer mehr in Paranoia und nackte Angst abgleiten. Hier bewahrheitet sich die simple Tatsache, dass sich wahrer Horror im Kopf des Zuschauers und nicht auf der Leinwand abspielt. Oren Peli hat das verstanden und ich bin mir sicher, das war nicht sein letzter Streich.
Die letzte Minute des Films hätte ich mir gespart aber ich verstehe auch, warum das nicht möglich war.
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Mittwoch, 18. November 2009 von Uwe Sauerbrei
Es erinnert mich an die ganz alten Zeiten, in denen ich noch die IGA in Erfurt besuchte. Nun heißt sie ja EGA. Was für ein namentlicher Abstieg! Aber egal, ich wollte weder auf die IGA noch die EGA, sondern suchte nur die Messehalle, um dem aktuellen Programm von Dieter Nuhr beiwohnen zu können. Von allen Seiten dröhnt einem ja nun der Name Mario Barth entgegen aber ich bin letztendlich doch ein Fan des hintergründigen Humors und weniger der brachialen Belustigung.
Natürlich konnte es keinen anderen Einstieg geben als das deutsche Lieblingsthema: die Schweinegrippe. Es gab viele Seitenhiebe gegen die ältere Generation, Religionen und die vielen Marotten der Deutschen. Immerhin sind wir die Weltmeister des Pessimismus und da kommen uns weder Brasilianer noch Italiener in die Quere.
Ein weiteres Highlight fand ich vor den Messehallen. Hier arbeitete ein humanoides Thüringer Bratwurst-Verköstigungsteam. Ich habe noch nie in so kurzer Zeit so viele (wohlschmeckende) Bratwürste über die Theke gehen sehen.
Na ja, jetz habe ich meine Nummer 1 live erlebt und vielleicht werde ich mir, nur zum rein rationalen Vergleich, auch noch den Herrn Barth mal zu Gemüte führen. Vermutlich finde ich ihn irgendwo im Mediamarkt…

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Sonntag, 01. November 2009 von Uwe Sauerbrei
Da hat die Buchhandlung Graff in Braunschweig einen rechten Bock geschossen. Wie kann es passieren, dass Eintrittskarten teilweise eine falsche Veranstaltungsadresse bekommen können? Unentschuldbar und noch schlimmer die lapidare Entschuldigung. Damit war ich gewissermaßen ziemlich negativ vorbelastet, zumal nur noch die allerletzten Plätze zur Verfügung standen.
Was mich dann jedoch erwartete, war die angenehmste Überraschung seit sehr langer Zeit. Ich kann mich nicht erinnern, eine so gekonnte Mischung aus spannender kurzweiliger Unterhaltung und einem geborenen Entertainer erlebt zu haben. Mark Benecke ist die deutsche Koryphäe auf dem Gebiet der Spurensuche und auch international ein gefragter kriminalologischer Experte wenn alle anderen Methoden versagt haben. Das Publikum durfte sich ein Thema für den Abend auswählen und dann legte er los. Unglaublich, wie er den Fall über zwei Stunden akribisch aufrollte und die Zuhörer mit einbezog. Alle Schilderungen entbehrten nicht einer gewissen Komik und oft genug schüttelte man nur ungläubig mit dem Kopf über das unglaubliche Zusammenspiel von Zufall, Recht und Gesetz. Bei all seiner Professionalität und Erfahrung blieb Mark Benecke bodenständig und bescheiden.
Ich werde keine Mühen und Reisen scheuen, weiteren Veranstaltungen von ihm beizuwohnen. Wer auch immer ihn in seiner Nähe erleben kann, sollte alles aus der Hand fallen lassen und sofort hingehen! Es lohnt sich, wirklich!
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Sonntag, 25. Oktober 2009 von Uwe Sauerbrei
Inzwischen erscheint es fast normal, tierische Akteure mit Menschen zusammen agieren zu sehen, ohne bemerkenswerte Differenzen ausmachen zu können, die über Äußerlichkeiten hinausgehen. Das es in diesem Falle Meerschweinchen sind, die die Zukunft der Menschheit retten, spielt da gar nicht so die große Rolle. Es ist absolut bemerkenswert, dass selbst bei Nahaufnahmen sämtliche Details stimmig und natürlich erscheinen und die Tiere, wie so oft, menschlicher als die Menschen erscheinen. Die Messlatte für einen Animationsfilm ist in der heutigen Zeit enorm nach oben geschraubt worden und so macht es tatsächlich einen Heidenspaß, den kleinen Helden, die so gerne Special Agents werden wollen, bei ihrer Mission zuzuschauen. Ich warte ja auf die Zeit, in der Tierschützer auf die Barrikaden steigen, wenn, wir hier, Mäuse diskriminiert und als etwas naiv dargestellt werden. Dann haben wir die Realität endgültig eingeholt.
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Donnerstag, 22. Oktober 2009 von Uwe Sauerbrei
Zuerst mal eine unerhörte Revolution. Nestle hat doch tatsächlich einen neuen Spot für seine Eis – Pops gedreht. Nachdem ich die beiden Jungs mit der Melone bestimmt eine Million mal gesehen habe, lief es mir bei dieser Premiere kalt den Rücken herunter. Hätten sie das Cinemaxx abgerissen und an einem Tag neu gebaut, es hätte mich nicht mehr schockiert!
Nun zum Film. Vorneweg, es ist in meinen Augen ein Thriller, der den Horror gelegentlich streift. ‘Das Kindermädchen’ war auch kein Horror und ich fand ihn ungleich besser. Die Apple Werbung nervte gewaltig. Frau telefonierte mit iPhone, Mann surfte mit AirBook Mac, sie fuhren ein iCar und wohnten im iHouse. Okay, dass mit den Haus stimmt jetzt nicht.
An der Story des vordergründig lieben Adoptivkinds, dass hintergründig arglistige Spiele treibt und eine scheinbar intakte Familie in den Wahnsinn stürzt, ist nichts wirklich Neues. Die Mutter ehemalige Alkoholikerin, der Vater auf amourösen Abwegen, die behinderte Tochter, der Sohn, dem niemand glaubt, der Unfall der Tochter als dunkler Fleck in der Familiengeschichte, die Fehlgeburt, die mit einer Traumsequenz eingeleitet wurde. Dazu die mehr als plakativen Schreckmomente, die ausnahmslos ihren Zweck verfehlten. Einziges und wirkliches Highlight war Isabelle Fuhrmann als Esther, die einem Damian auf Augenhöhe hätte begegnen können. Die Familie war ziemlich unsympathisch und so war man nicht wirklich traurig, als sie sich gegen Ende des Films ein wenig lichtete. Esther ist der einzige Grund, warum dieser Film sich hin und wieder über den Durchschnitt erhob.

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